Aluminium und Bauxit: Einst wertvoller als das Gold – Teil 1

Kein Metall kommt häufiger in der Erdkruste vor als das Leichtmetall, mit dem wir uns in diesem Beitrag näher beschäftigen wollen: Aluminium. Tatsächlich ist das Leichtmetall sogar das chemische Element, das bei der Häufigkeit des Vorkommens in der Erdkruste auf Platz drei steht, hinter Sauerstoff und Silizium.

Dennoch hat es lange gedauert, bis Forscher auf Aluminium wirklich aufmerksam wurden. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es erstmalig beschrieben und hergestellt. Erst nach und nach entwickelten sich Verfahren, die zur großindustriellen Herstellung des Leichtmetalls genutzt werden konnten. War Aluminium zu seiner frühen Zeit wertvoller als Gold, hatte es sich mit diesem wertvollen Dasein mit Aufkommen der industriellen Fertigungsprozesse endgültig erledigt.

Heute wird Aluminium weltweit in großen Mengen produziert. Die mit Abstand größte Kapazitäten zur Produktion von Aluminium finden sich in China, bedeutende Hersteller sind mit großem Abstand zum Marktführer zudem Indien, Kanada, Russland und die USA. Einer der weltweit wichtigsten Aluminiumproduzenten, das US-Unternehmen Alcoa, hat dabei eine Tradition entwickelt. Der Konzern legt immer als erstes Unternehmen seine Quartalszahlen vor. Die Daten gelten als inoffizielles Konjunkturbarometer, denn Alcoa hat eine über viele Branchen verzweigte Kundschaft. Die Faustregel: Je besser die Alcoa-Zahlen, desto besser geht es der Wirtschaft.

Bei der Herstellung des Leichtmetalls haben Aluminiumproduzenten mehr und mehr mit steigenden Energiekosten zu kämpfen. Dafür sorgt unter anderem eine enorm hohe Bindungsenergie, die das Aluminium aufweist und die es entsprechend schwer macht, das Metall aus den Erzen zu gewinnen. Die zurzeit genutzten Herstellungsverfahren sind daher ungemein energieintensiv, weshalb sie sich wirtschaftlich nur rechnen, wenn günstige Energiequellen vorhanden sind.

Anders sieht es bei der Versorgung mit dem Ausgangsmineral für die Aluminiumproduktion aus. Dadurch, dass das Element zu den häufigsten Stoffen in der Erdkruste gehört, ist die Versorgung mit dem Rohstoff nicht als kritisch einzuschätzen. Einzig wichtiges Ausgangserz für die Aluminiumproduktion ist Bauxit, dessen Namen auf einen Fundort in Südfrankreich zurück geht. Das Erz besteht vor allem aus verschiedenen Aluminium-Mineralien sowie Eisenoxiden. In einem mehrstufigen Prozess wird hieraus das Metall Aluminium gewonnen.

Nahezu die komplette weltweite Bauxitförderung geht in die Herstellung des Leichtmetalls, für das auch Recycling eine Rolle spielt – nicht nur, weil die Gewinnung über diesen Weg wesentlich energiesparender ist. Die Bauxitförderung verteilt sich weltweit, größte Anteile am Weltmarkt haben Australien, China, Brasilien und Indonesien. Aber auch Staaten wie Guinea und Jamaika schneiden sich ein größeres Stück vom Kuchen ab. Beide Länder, insbesondere Guinea, haben zudem große Bauxitreserven. Verglichen zu den hohen Reserven ist zudem die Produktion des Erzes in Vietnam verschwindend gering. Hier bestehen noch große, völlig unerschlossene Förderpotenziale.

Mehr zum Einsatz des Aluminiums in der Wirtschaft im morgigen zweiten Teil unseres Beitrags auf Miningscout.

Bildquellen: fotolia, istockphoto
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Stefan Bender
Stefan Bender beschäftigt sich seit 1999 mit der Börse und dem Trading und ist seit April 2005 Mitglied der Community von wallstreet:online. Täglich beobachtet er Minengesellschaften, Explorer und angehende Produzenten. Seit 2011 ist er als Chefredakteur für Miningscout aktiv. Der Börseninformationsdienst Miningscout hat sich auf Berichte aus dem Rohstoffsektor spezialisiert. Unter www.miningscout.de werden fundierte Informationen zu Rohstoffen, Minenunternehmen und Branchentrends bereitgestellt. Als Informationsportal für internationale Minengesellschaften bietet Miningscout zudem eine professionelle Plattform, um Rohstoffunternehmen mit allen wichtigen Investitionsaspekten zu präsentieren.

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