Australien droht weitere Streikwelle im Kohlesektor

Aufgrund des Abschwungs im Minensektor und der Krise bei den Produzenten verschlechtert sich auch die Situation für die Arbeiterschaft.

Fallende Preise, steigende Kosten und damit verbundene Margeneinbrüche & Profitabilitätsprobleme setzen den australischen Kohlekonzernen schon viele Monate zu. Etliche Unternehmen mussten Expansions- und Investitionsvorhaben zurückfahren und massiv auf die Kostenbremse treten. Dazu hält die schwerwiegende Kosteninflation ungebrochen an und die Kapitalintensität von neuen Minenoperationen steigt weiter.

Diese Belastungsfaktoren führten u.a. auch dazu, dass seit Anfang 2012 mehr als 9.000 Menschen ihren Job in der australischen Kohleindustrie verloren haben. Parallel gab es z.T. heftige Gehalts- und Leistungskürzungen, welche die involvierten Arbeiter und Gewerkschaften natürlich stark aufgemischt haben.

Nun droht am wichtigsten und weltgrößten Thermalkohle -Exporthafen von Newcastle (NSW, AUS) eine neue Streikserie aufzuflammen. Bereits an diesem Freitag werden etliche Betroffene ihre Arbeit niederlegen und den riesigen Port in vielen Bereichen lahm legen.

Australien ist bekanntlich einer der führenden Kohleproduzenten der Erde und gehört mit Indonesien zu den weltgrößten Exporteuren. Wie eine Studie von Wood Mackenzie zuletzt ermittelte, werden gegenwärtig schockierende ~ 50% (!) der exportierten, Thermalkohle von Newcastle de facto mit Verlust verkauft.  Auf einen Blick ist ersichtlich, dass sich dieser Zustand nur temporär halten lässt. So drohen in naher Zukunft noch viel härtere Konsequenzen.

Andere große Kohleproduzenten und Exportnationen wie Kolumbien und Mosambik stehen ebenso unter Druck. In Kolumbien kam es in den 12 Monaten in der größten Kohleminenoperation von Südamerika namens Cerrejón, die in einem Joint-Venture zwischen Anglo American (WKN A0MUKL), BHP Billiton (WKN 850524) und Xstrata/Glencore (WKN 552834) betrieben wird, bspw. auch zu Auseinandersetzungen mit den Arbeitern. Im weniger fortgeschrittenen Mosambik treten u.a. Probleme und Herausforderungen mit den schwierigen klimatischen Konditionen und dem Mangel an Infrastruktur inkl. Zugang zu Wasser und Strom auf. Minengigant Vale (WKN 897998), der in Mosambik Kohleminen betreibt, stimmte die Aktionäre in dieser Woche bereits auf einen erheblichen Rückgang der Kohleexporte ein.

Die Situation in einigen etablierten als auch aufstrebenden Kohlenationen in Fernost und Südostasien, bleibt im Hinblick auf die Herausforderungen mit den Minenarbeitern und Gewerkschaften, hingegen relativ stabil. So berichten bspw. die in Indonesien aktiven Kohleunternehmen KPC, Adaro Energy (WKN A0Q51G) und BHP Billiton (WKN 850524) von weiterhin stabilen Geschäften. Die Minenoperationen bei den zwei größten Kohlekonzernen aus Thailand, Banpu (WKN 882131) und Energy Earth (WKN A1H5QS), die u.a. in Indonesien, Thailand und Myanmar aktiv sind, laufen ebenfalls solide. Stabile Minenoperationen bleiben in dieser angespannten und herausfordernden Zeit nicht nur im Kohlesektor ein enormes Privileg.

Bildquellen: fotolia, istockphoto
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Oliver Groß
Oliver Groß ist seit vielen Jahren im Rohstoffsektor aktiv. Er ist Mitgründer und Initiator eines exklusiven Börsenforums, das sich auf Rohstoffe und Rohstoffaktien spezialisiert hat. Oliver Groß legt bei Rohstoffaktien und Rohstofftrends großen Wert auf ausführliche Fundamentalanalysen und tiefgehenden Research. Während der letzten Jahre konnte Herr Groß sein globales Kontaktnetzwerk im Rohstoffsektor weiter ausbauen. Er pflegt intensive Kontakte zu zahlreichen Unternehmenschefs, Geologen und Rohstoffspezialisten. Oliver Groß schreibt über aktuelle Geschehnisse an den Rohstoffmärkten und macht auf spannende Rohstoffstories aufmerksam.

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