B2Gold heizt im Juniorsektor wieder die M&A-Fantasie an

Der wachstumsfreudige Goldproduzent B2Gold holt sich auf dem Anleihemarkt das nächste große Ticket ab. Die Börse rätselt darüber, was das Unternehmen mit dem neuen Geldregen anstellen wird.

Clive Johnson, der markante CEO und Präsident von B2Gold Corp., ist für seine aggressive Akquisitionsstrategie im Juniorsektor der Goldbranche schon eine lange Zeit bekannt. Dabei schreckt der erfolgreiche Manager vor Minenstandorten mit höheren Länderrisiken nicht zurück.

Schließlich hat das Unternehmen ja auch einen erfolgreichen und bis dato weitgehend stabilen Track-Rekord in schwierigen Minenregionen vorzuweisen. So liegen die Flaggschiffminen von B2Gold im Mittelamerika-Staat Nicaragua, was gewiss nicht der einfachste Standort für den Betrieb von Goldminen ist. Doch B2Gold hatte trotz einiger Debatten mit Locals und Regionals die Lage bis dahin immer unter Kontrolle.

B2Gold schloss die umfassende und 1,1 Mrd. USD schwere M&A-Transaktion mit CGA Mining Anfang des Jahres final ab. Durch die Übernahme von CGA’s Goldminen auf den Philippinen hat sich B2Gold’s Produktionsprofil schlagartig verdoppelt. Im Hinblick auf die solide Ressourcen-Basis und das unausgeschöpfte Explorationspotential sind weitere Produktionsexpansionen wahrscheinlich.

Ende 2011 folgte die Übernahme von Auryx Gold, die ein attraktives, oberflächennahes Gold-Vorkommen in Namibia entwickelten. Die Wirtschaftlichkeitsstudie und die Minenlizenz in 2012 überzeugten. B2Gold visiert hier den Start der Produktion 2015 an.

Trotz der schwierigen Lage im Minen- und Juniorsektor konnte B2Gold durch organisches und anorganisches Wachstum in den letzten Jahren die Produktion erheblich steigern, was die sehenswerte Arbeit der Verantwortlichen unterstreicht.

Im ersten Quartal 2013 erzielte B2Gold eine weitere Rekordproduktion von knapp 80.000 Unzen Gold. Das bereinigte Ergebnis stieg auf satte 40 Mio. USD an. Ende des 1. Quartals hatte die Gesellschaft mehr wie 120 Mio. USD auf der hohen Kante liegen.

Trotz des erheblichen Einbruchs im Goldpreis legte B2Gold Anfang August folgend starke Zahlen für das zweite Quartal vor. Die Quartalsproduktion in allen Minenoperationen summierte sich auf über 82.000 Goldunzen und die Förderkosten waren sogar besser als in den Finanzplänen. So konnten die gegenwärtig entscheidenden All-in Sustaining Kosten ebenfalls gut in Zaum gehalten werden, was die Nettogewinne und Cashflow-Generierung bestätigen.

Insgesamt wurde die Gesellschaft von den erfahrenen Managern bis dato sehr gut durch die Krise geführt. Anders wie bei vielen anderen Goldproduzenten konnte B2Gold die entscheidende Kostenseite unter dem Strich relativ gut unter Kontrolle halten und ist auch nach dem starken Sell-Off beim Goldpreis weiterhin in der Lage, ordentliche Profitabilitätsmargen vorweisen.

Zwar hat die Aktienstruktur während der letzten Jahre gelitten und die Verschuldung des Konzerns ist gestiegen, unter dem Strich sind die fundamentalen Daten aber noch absolut im grünen Bereich. Das unterstreicht auch die gute Entwicklung des Aktienkurses, welche sich vom Großteil der Juniorproduzenten signifikant abhebt.

Nach der jüngsten News von B2Gold wurde nun schlagartig wieder die Gerüchteküche angeheizt. B2Gold gab Anfang der Woche bekannt, dass die Gesellschaft über eine Wandelanleihe mindestens 225 Mio. USD zu ordentlichen Konditionen an qualitative, institutionelle Investoren platzieren wird. Noch diese Woche soll die gesamte Platzierung bereits geschlossen werden, was den Support und die Zielstrebigkeit dieses Deals bestätigt.

So liegt es auf der Hand, dass sich die Aktionäre und Marktteilnehmer natürlich fragen, weshalb B2Gold denn so eine Summe nun aufnimmt?! Die Gesellschaft steht operativ schließlich gut da, hat einen stabilen Cashflow, eine solide Cash Balance und die Aufwendungen für das Geschäftsjahr können ohne Probleme finanziert werden.

Die Antwort auf diese Frage, wird es wohl in den nächsten Wochen bis Monaten geben. Gräbt man sich jedoch etwas tiefer in die Story von B2Gold und den Drahtziehern rund um Clive Johnson ein, dann wird schnell ersichtlich, dass der wachstumsstarke Goldproduzent wohl bereits das nächste Übernahmeobjekt im Juniorsektor im Visier hat.

Ich gehe sogar so weit, dass ich denke: Clive Johnson hat sich bereits entschieden. Nun wird es spannend, ob ein attraktiver Juniorproduzent die 1. Wahl ist, oder B2Gold das nächste aussichtsreiche Entwicklungsprojekt an Land zieht. Das Timing einer weiteren Übernahme könnte sich schließlich erneut mehr als auszahlen. Denn gegenwärtig findet Clive eine ganze Menge erstklassiger, fortgeschrittener Gold-Projekte, die im langfristigen Kontext zu einem Spottpreis an der Börse bewertet sind

Bildquellen: fotolia, istockphoto
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Oliver Groß
Oliver Groß ist seit vielen Jahren im Rohstoffsektor aktiv. Er ist Mitgründer und Initiator eines exklusiven Börsenforums, das sich auf Rohstoffe und Rohstoffaktien spezialisiert hat. Oliver Groß legt bei Rohstoffaktien und Rohstofftrends großen Wert auf ausführliche Fundamentalanalysen und tiefgehenden Research. Während der letzten Jahre konnte Herr Groß sein globales Kontaktnetzwerk im Rohstoffsektor weiter ausbauen. Er pflegt intensive Kontakte zu zahlreichen Unternehmenschefs, Geologen und Rohstoffspezialisten. Oliver Groß schreibt über aktuelle Geschehnisse an den Rohstoffmärkten und macht auf spannende Rohstoffstories aufmerksam.

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