Implosion bei Barrick Gold: Neues 20-Jahrestief an der Heimatbörse

Wenn sich der weltgrößte Goldproduzent im freien Fall befindet, ist es nicht verwunderlich, dass der gesamte Sektor weiter unter Dauerdruck steht.

Der Verkaufsdruck beim weltgrößten Goldförderer Barrick Gold (T.ABX) war, ist und bleibt enorm. Barrick notiert heute auf einem Niveau, das in der Vergangenheit erreicht wurde, als der Goldpreis zwischen 400-250 USD pro Feinunze notierte.

Die Dynamik des Ausverkaufs seit Jahresanfang erreicht dabei historische Ausmaße, die sogar fast an den Sell-Off von Herbst 2008 hinkommen.

Die Hauptgründe für den starken Verfall der Barrick-Aktie wurden in den letzten Monaten hier ausführlich aufgeführt und über alle wichtigen Entwicklungen berichtet. Die schlechten News von der Konzernzentrale reißen in den letzten Tagen nicht ab. So gab Barrick vor kurzer Zeit bekannt, neue Abschreibungen in Höhe von mindestens 4,5 Mrd. USD im zweiten Quartal 2013 aufzunehmen.

Einige Experten sehen sogar neue Wertkorrekturen von über 8 Mrd. USD auf allen Projekten und Minen des Konzerns kommen, wobei der Großteil auf das Problemprojekt Pascua-Lama fällt. Die erheblichen Abschreibungen auf die Edelmetall-Projekte wegen des massiven Rückgangs der Gold- und Silberpreise treffen jedoch nicht nur Barrick, sondern alle großen wie kleinen Produzenten.

So sollte an dieser Stelle auch nicht vergessen werden, dass Silber wesentlich stärker unter Druck kam als Gold. Und dies wirkt sich bei den meisten Gold-Produzenten daher ebenfalls größer aus, da viele von ihnen auch einen signifikanten Anteil von Silber in ihren Minen fördern. Die kanadische Goldcorp gehört bspw. zu den größten Silberproduzenten der Welt.

Wenn die meisten News bei Barrick mehr oder weniger schon erwartet worden waren bzw. im Kurs eingepreist sind und die All-in Sustaining Kosten im 1. Quartal bei 919 USD/Oz lagen und für 2013 bei 1.000 USD/Oz notieren sollen, weshalb befindet sich die Aktie weiter im freien Fall und verliert wesentlich stärker als die anderen Gold Majors?

Die Gründe hierfür sind vielseitig.

Sie rangieren von eklatanten Vertrauensverlusten wegen Missmanagement und Fehlkalkulationen, massiven Sell-Orders von Fonds und Hedgefonds, bis hin zur Anzweiflung der langfristigen Überlebensfähigkeit des Konzerns. Im Zentrum steht der unsichere Ausblick im Hinblick auf die Wachstumsfähigkeit, die Abhängigkeit von einigen schwierigen Großprojekten inkl. der unsichere Ausblick, die enorme Verschuldung und insbesondere die gewaltigen Margeneinbrüche nach Abzug aller Kosten.

Hierzu nur ein kleiner Blick, der die schockierenden Relationen zwischen Unternehmenswert und (Neu-)-Verschuldung aufzeigen soll. Die Marktkapitalisierung des Goldriesen beträgt nach dem andauernden Blutbad nur noch ca. 13,8 Mrd. USD. Die langfristigen Verbindlichkeiten stehen nach der Aufnahme von weiteren 3 Mrd. USD Schulden nun bei über 16 Mrd. USD. Alle kurz-, mittel- und langfristigen Verbindlichkeiten summieren sich auf über 20 Mrd. USD!

 

big2

Quelle: bigcharts.com

 

Note: Barrick Gold – Langfristige Verschuldung, Quelle: Finacial Reports (barrick.com)

Bildquellen: fotolia, istockphoto
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Oliver Groß
Oliver Groß ist seit vielen Jahren im Rohstoffsektor aktiv. Er ist Mitgründer und Initiator eines exklusiven Börsenforums, das sich auf Rohstoffe und Rohstoffaktien spezialisiert hat. Oliver Groß legt bei Rohstoffaktien und Rohstofftrends großen Wert auf ausführliche Fundamentalanalysen und tiefgehenden Research. Während der letzten Jahre konnte Herr Groß sein globales Kontaktnetzwerk im Rohstoffsektor weiter ausbauen. Er pflegt intensive Kontakte zu zahlreichen Unternehmenschefs, Geologen und Rohstoffspezialisten. Oliver Groß schreibt über aktuelle Geschehnisse an den Rohstoffmärkten und macht auf spannende Rohstoffstories aufmerksam.

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