Junior-Miner: Zu viel Pessimismus im Markt? – Teil 1

Viel wurde zuletzt gesprochen und geschrieben über die Krise in der Bergbaubranche. Insbesondere die Juniors der Branche leiden unter einem heftigen Engpass bei der Finanzierung über die Börse für Explorationsarbeiten.

Das wird im Laufe dieses Jahres viele der kleinen Gesellschaften in Schwierigkeiten bringen und insolvent gehen lassen. Und so war die Stimmung auf jüngsten Konferenzen der Branche auch stark gedrückt. Zudem waren zahlreiche Warnungen zu hören, dass die Bergwerksbranche einen jahrelangen und schweren Schaden durch die aktuellen Finanzengpässe nehme.

Kevin Campbell, Mitglied im Board of Directors von Haywood Securities Inc., ist dies viel zu viel Pessimismus. Campbell ist nah dran am Markt. Das Unternehmen, für das er arbeitet, ist einer der größten unabhängigen Finanzdienstleister in Kanada. Campbell weiß zudem, wovon er spricht: Er gilt als ausgewiesener Rohstoffexperte und konzentriert sich auf Beratungen und Finanzierungen in der Branche.

Der Fachmann geht laut Aussagen in einem Interview mit “The Gold Report” nicht davon aus, dass der Bergbau vor großen strukturellen Probleme steht. Campbell sieht die Branche derzeit schlicht in der Talsohle einer Rezession, was vor allem für die Juniors gilt. Diese Phase sei zwar schmerzhaft aber auch ein Bereinigungsprozess. Campbell glaubt, dass die Minenbranche hieraus gestärkt hervor gehen kann.

Dieser Bereinigungsprozess dürfte seiner Meinung nach auch notwendig sein. Campbell hat den Blick hierbei auf Gesellschaften, die bereits Probleme haben, Gelder für jährlich immer wieder anfallende Kosten, wie zum Beispiel die Ausgaben für Wirtschaftsprüfer oder verschiedene Gebühren, zusammen zu bekommen. Diese werden die schwierigen Marktbedingungen wohl nicht überleben, glaubt der Experte, und fügt hinzu, dass solche Unternehmen sie vielleicht auch nicht überleben sollten. Für die Gesellschaften, die durch die Rezession kommen, sei dies positiv. Investoren könnten später eine geringere Zahl von Gelegenheiten wahrnehmen, sodass für die einzelne Company ein größerer Teil des Finanzierungskuchens übrig bleibt.

Dennoch, so räumt Campbell ein, bleiben aktuell durch die Rezession gute Managementteams mit guten Rohstoffprojekten vom Kapitalfluss und damit den Finanzierungen abgeschnitten. Das allerdings sei vorübergehend, glaubt der Rohstoff- und Finanzexperte. Im Gegensatz zu anderen Marktbeobachtern sieht Campbell in den jüngsten regulatorischen Reformen kein strukturelles Problem für Minenunternehmen in Kanada, dem weltweit wichtigsten Finanzmarkt für die Branche. An den neuen Bestimmungen hatte es Kritik gegeben, diese würden das Umfeld für Finanzierungen vor allem kleiner Gesellschaften in der Rohstoffbranche weiter verschlechtern. Campbell sieht das nicht so.

Alles in allem zeigt sich der Experten damit im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen in keiner depressiven Stimmung. Für seinen positiveren Ausblick hat er übrigens gute Gründe – mehr dazu lesen sie am Dienstag in einem weiteren Beitrag!

Bildquellen: fotolia, istockphoto
Bitte beachten Sie unsere Nutzungshinweise

Stefan Bender
Stefan Bender beschäftigt sich seit 1999 mit der Börse und dem Trading und ist seit April 2005 Mitglied der Community von wallstreet:online. Täglich beobachtet er Minengesellschaften, Explorer und angehende Produzenten. Seit 2011 ist er als Chefredakteur für Miningscout aktiv. Der Börseninformationsdienst Miningscout hat sich auf Berichte aus dem Rohstoffsektor spezialisiert. Unter www.miningscout.de werden fundierte Informationen zu Rohstoffen, Minenunternehmen und Branchentrends bereitgestellt. Als Informationsportal für internationale Minengesellschaften bietet Miningscout zudem eine professionelle Plattform, um Rohstoffunternehmen mit allen wichtigen Investitionsaspekten zu präsentieren.

Advertisement