Kohlebranche – Asiatische Exportnationen bleiben sehr gefragt

Der begehrte Fossilbrennstoff Kohle wird in 2013 vermutlich Erdöl als wichtigsten Energieträger ablösen. Asiatische Produzenten und Exporteure werden an Bedeutung zunehmen.

Der weltgrößte Kohleexporteuer Indonesien befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Der Chairman der repräsentativen Indonesian Coal Mining Association (ICMA), Bob Kamandanu, sieht die Exporte des Inselstaats dieses Jahr um über 8% auf rund 390 Millionen Tonnen Kraftwerkskohle anwachsen. Werden die prognostizierten Zielvorgaben erreicht, würde Indonesien in 2013 vermutlich den Status als Top-Exporteur im Kohlesektor halten können. Im vergangenen Jahr hatte Indonesien den langjährigen Exportmeister Australien von der Spitze verdrängt. Nach zahlreichen Experteneinschätzungen wird Down Under bis 2020 aber wieder die Führungsrolle einnehmen, denn etliche Großprojekte werden in den nächsten Jahren die Produktionsreife erreichen. Wer auch immer in den nächsten Jahren den Status als weltgrößten Exporteuer halten wird, ein Trend scheint klar zu sein: Die Bedeutung der asiatischen Nationen in der Kohleindustrie wird sowohl auf der Produzenten/Konsumenten-, als auch auf der Import/Export-Seite weiter zunehmen.

Die Kohlenachfrage wird insbesondere vom unaufhaltsamen Hunger der chinesischen Wirtschaft getrieben. Im vergangenen Jahr stand der Energieträger Kohle in China für fast 70% der fossilen Brennstoffe. Bei der gesamten Elektrizitätsgewinnung beträgt der Anteil sogar knapp 80%. Die Chinesen sind heute der mit Abstand größte Kohleförderer auf dem Planeten. Die florierende Industrie kann seit ein paar Jahren jedoch nicht mal mehr rein aus der gigantischen, inländischen Kohleproduktion befriedigt werden. So ist das Reich der Mitte gezwungen, die Kohleimporte ebenfalls kräftig anzukurbeln. Alleine in 2012 wurden die Einfuhren des begehrten Brennstoffs um beeindruckende 28,7% auf 234 Millionen Tonnen gesteigert.

Wer annimmt, dass bei diesen außergewöhnlichen Wachstumsraten eine Konsolidierung oder Abschwächung der Kohlenachfrage wahrscheinlich wäre, der irrt sich gewaltig. Nach den letzten Statements der staatlichen China Coal Importers Association (CCIA) könnten die chinesischen Kohleimporte in den nächsten 3 Jahren sogar locker die Jahresmarke von 500 Millionen Tonnen reißen. Trotz der zahlreichen, stark subventionierten Versuche und der scheinbar ernsthaften Unternehmungen, die Abhängigkeit von Kohle zu verringern, wird sich im Big Picture im nächsten Jahrzehnt wenig ändern. Kohle ist einfach zu elementar für den Wachstumsriesen geworden und kann in der benötigten Menge keinesfalls ersetzt werden.

Der unaufhörliche Kohlehunger und die soliden Nachfrageprognosen stellen damit weiterhin sehr gute Begebenheiten für alle Kohleexporteure weltweit dar. Zu diesen gehören neben dem renommierten Bergbauland Australien, eben insbesondere mehr und mehr asiatische Staaten, wie Indonesien, Thailand oder Vietnam, sowie z.B. auch die Südamerikanation Kolumbien.

So verbessern sich die langfristigen Aussichten für die fernöstlichen Kohleproduzenten trotz der Kosteninflation und den Profitabilitätsproblemen weiter. Hier rückt bsp. auch Thailand vermehrt in den Investorenfokus – das Land ist sehr aussichtsreich, hat enormes Potential und kann eine sehr attraktive, strategische Lokalisierung vorweisen. Etablierte Produzenten wie die thailändische Banpu (WKN 882131) sehen die Krise bei den globalen Förderunternehmen mittlerweile überwunden und stellen neben signifikanten Wachstumsraten, auch wieder höhere Profitmargen und Dividenden in Aussicht. Banpu ist der größte Kohleproduzent in Thailand und konnte trotz des starken Einbruchs im Kohlepreis noch ordentliche Margen erwirtschaften.

In der zweiten Reihe machen Unternehmen wie bsp. Energy Earth PCL. (WKN A1H5QS) aufgrund sehenswerter Entwicklungen zunehmend auf sich aufmerksam. Der wachstumsstarke Händler und ambitionierte Produzent konnte erst Ende Februar beeindruckende Finanzergebnisse für das abgelaufene Jahr vorlegen. Die Umsätze, die Bruttomargen und der Nettogewinn konnten allesamt dreistellig gesteigert werden. Das Unternehmen verzeichnete erneut erfolgreiche Geschäftsexpansionen in China, Thailand und Indien, den drei wichtigsten Abnehmermärkten von Energy Earth.

Neben den florierenden Handelsaktivitäten plant Energy Earth auch auf der Produktionsseite weiter Vollgas zu geben. Der Konzern betreibt bereits eine Kohlemine in der vorteilhaften und wachstumsstarken Kalimantan Region in Indonesien. Zwei weitere Kohleoperationen sollen dort in den nächsten zwei Jahren die kommerzielle Produktion erreichen. Vor allem der zukünftigen Mine in Ost-Kalimantan wird aufgrund der umfassenden Reserven großes Wachstumspotential zugeschrieben. Energy Earth profitiert hier u.a. auch sehr stark von den guten Beziehungen zu den lokalen Minengruppen, welche entscheidend für ein profitables, nachhaltiges Business in Indonesien sind. Parallel wird Energy Earth noch im zweiten Quartal 2013 eine weitere Kohlemine in Birma durch ein JV mit East Star Company in Produktion bringen.

Bildquellen: fotolia, istockphoto
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Oliver Groß
Oliver Groß ist seit vielen Jahren im Rohstoffsektor aktiv. Er ist Mitgründer und Initiator eines exklusiven Börsenforums, das sich auf Rohstoffe und Rohstoffaktien spezialisiert hat. Oliver Groß legt bei Rohstoffaktien und Rohstofftrends großen Wert auf ausführliche Fundamentalanalysen und tiefgehenden Research. Während der letzten Jahre konnte Herr Groß sein globales Kontaktnetzwerk im Rohstoffsektor weiter ausbauen. Er pflegt intensive Kontakte zu zahlreichen Unternehmenschefs, Geologen und Rohstoffspezialisten. Oliver Groß schreibt über aktuelle Geschehnisse an den Rohstoffmärkten und macht auf spannende Rohstoffstories aufmerksam.

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