Seltene Erden: Positiver Ausblick für Antizykliker – Teil 3

Vor den Osterfeiertagen hatten wir in zwei Beiträgen eine Reihe von Gründen genannt, warum Rohstoff- und Politikexperte Chris Berry die Branche und vor allem Unternehmen, die Seltene Erden abbauen, derzeit für antizyklische Investoren für interessant hält. Dabei hat Berry in einem jüngsten Interview mit „The Gold Report“ einige Unternehmen genannt, die er aktuell auf dem Schirm hat.

Derzeit liege der Fokus vor allem auf dem Bereich der schweren Seltenen Erden – dies sind 9 der insgesamt 17 Elemente dieser Rohstoffgruppe. Zu den schweren Seltenen Erden gehören unter anderem Stoffe wie Yttrium und Dysprosium.

Eines der Unternehmen, die Berry genauer beobachtet, ist in Europa aktiv, genauer in Skandinavien: Tasman Metals. Zwei Projekte in Schweden gehören der Gesellschaft, von der der Experte glaubt, dass sie strategische Investoren zum Beispiel aus der Autobranche anziehen könnte. Die beiden Projekte haben bereits NI 43-101 konforme Schätzungen für Vorkommen in den Kategorien „indicated“ und „inferred“. Vor allem das Projekt Norra Kärr hat mit 60,5 Millionen Tonnen Erzreserven der „inferred“-Kategorie Flaggschiffpotenzial. Studien zufolge muss Tasman Metals dank einer bereits vorhandenen guten Infrastruktur hier mit rund 290 Millionen Dollar einen vergleichsweise überschaubaren Betrag investieren. Norra Kärr verfügt Unternehmensangaben zufolge über hohe Gehälter an Seltenen Erden, bei denen die Versorgungslage in der Wirtschaft als kritisch anzusehen ist.

Ein weiterer Player im Markt, auf den Berry aufmerksam macht, ist Ucore Rare Metals. Im Gegensatz zu Tasman Metals, wo man sich auf den europäischen Raum konzentriert, explorieren die Kanadier Projekte in Nordamerika. Wichtigstes Einzelprojekt des Unternehmens ist Bokan Mountain in Alaska (USA) auf der Prince of Wales Insel, was der Gesellschaft einen exzellenten kurzen Transportweg für die Verschiffung geförderter Erze ermöglicht. Auch hier sind reiche Vorkommen der kritischen schweren Seltenen Erden vorhanden. In den USA ist Bokan Mountain das bisher größte Vorkommen an Seltenen Erden, was Ucore Rare Metals in eine gute Ausgangslage versetzt. Das Projekt ist weit fortgeschritten, die Gesellschaft beziffert einer letzten Wirtschaftlichkeitsberechnung zufolge die Investitionen für Bokan Mountain auf 221 Millionen Dollar. In den ersten fünf Jahren will man pro Jahr 2.250 Tonnen der begehrten Rohstoffe fördern, knapp ein Viertel davon Yttriumoxide.

Allerdings sieht Berry auch abseits der Seltenen Erden Chancen, unter anderem in der Graphitbranche. Der reine Kohlenstoff wird in vielen Sparten der Wirtschaft benötigt, das Einsatzspektrum beginnt bei Alltagsprodukten wie Bleistiften und Sportgeräten über die Nutzung als Elektroden für unterschiedliche Einsatzbereiche bis hin zum Einsatz als Werkstoff in der Industrie. Die Graphitindustrie sei allerdings schwierig, so Berry, der unter anderem Northern Graphite als ein fortgeschrittenes Unternehmen und einen der führenden kleineren Branchenvertreter ansieht. Noch in diesem Jahr wollen die Kanadier mit dem Bau der Bergwerksanlagen beginnen, Ende 2014 soll die Produktion starten.

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Bildquellen: fotolia, istockphoto
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Stefan Bender
Stefan Bender beschäftigt sich seit 1999 mit der Börse und dem Trading und ist seit April 2005 Mitglied der Community von wallstreet:online. Täglich beobachtet er Minengesellschaften, Explorer und angehende Produzenten. Seit 2011 ist er als Chefredakteur für Miningscout aktiv. Der Börseninformationsdienst Miningscout hat sich auf Berichte aus dem Rohstoffsektor spezialisiert. Unter www.miningscout.de werden fundierte Informationen zu Rohstoffen, Minenunternehmen und Branchentrends bereitgestellt. Als Informationsportal für internationale Minengesellschaften bietet Miningscout zudem eine professionelle Plattform, um Rohstoffunternehmen mit allen wichtigen Investitionsaspekten zu präsentieren.

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